Rechtsanwalt

Hans T. aus Düsseldorf, 41 Jahre


Bitte nennen Sie uns Ihren Beruf:
Ich bin Rechtsanwalt und beschäftige mich mit der Beratung von Energieversorungsunternehmen in energie-, wirtschafts- und energiekartellrechtlichen Fragestellungen bei Strom, Gas und Wärme.

Bitte skizzieren Sie uns einen Ihrer typischen Arbeitsalltage:
Ein typischer Arbeitsalltag, sofern davon gesprochen werden kann, läuft im Büro i.d.R. wie folgt ab: Check und Beantwortung von E-Mails, Telefonate mit Mandanten, Abstimmung mit Mitarbeitern und Sekretariat. Anschließend Bearbeitung von Mandaten wie Erstellung von Verträgen, Gutachten und Gerichtsschriftsätzen. Der typische Arbeitsalltag ist unterbrochen durch Tätigkeiten außerhalb des Büros: Vorträge, Besprechungen bei bzw. mit Mandanten, teilweise Gerichtstermine.

Schildern Sie uns die wichtigsten Anforderungen:
Was muss man grundsätzlich können?
Die Kombination aus Texten und logischem Denken ist sehr wichtig. Ein Jurist braucht die Freude an der Sprache und deren Präzision, denn es ist wichtig, komplizierte und komplexe Dinge möglichst einfach beschreiben und ausdrücken zu können.

Was für ein Mensch muss man für diesen Beruf sein?
Ideal ist es ein Mensch mit Ausdauer, Geduld und Zeitmanagement zu sein und die Fähigkeit zu besitzen, sich durch Komplexe Sachverhalte durcharbeiten zu können.

Welche fachlichen, aber auch sozialen Anforderungen werden dafür gebraucht?
Zu den fachlichen Anforderungen zählt ganz klar eine gute abgeschlossene juristische Ausbildung mit 1. und 2. Staatsexamen. Gut wären Zusatzqualifikationen wie LLM oder Promotion.
In puncto soziale Anforderungen halte ich es für zentral, eine ausgeprägte Fähigkeit zu haben, mit Menschen zu kommunizieren sowie auf deren Probleme einzugehen. Auch ist es wichtig, unternehmerische Entscheidungen im Sinne des Mandanten einschätzen zu können, also ggf. schnell helfen zu können.

Was reizt Sie besonders an Ihrem Job?
Mich reizt und fordert immer wieder heraus, dass ich für komplexe und komplizierte Probleme Lösungen finde ohne zu Beginn eine Lösung direkt parat zu haben. Außerdem mag ich die Beratung meiner Mandanten und halte gerne Vorträge.

Was ist schwierig und nervt vielleicht manchmal?
Es ist nicht immer einfach, dass man häufig keine, bzw. zu wenig Zeit hat. Oft arbeite ich mit unmittelbarem Zeitdruck.

Was war bisher Ihre größte Herausforderung?
Meine bisher größte Herausforderung war die Steuerung eines umfangreichen energiewirtschaftlichen Projektes, mit welchem ich kurzfristig mandatiert wurde. Dieses musste energie-, wirtschafts-, gesellschafts- und arbeitsrechtlich bearbeitet werden. Ich arbeitete hier zusammen mit anderen Anwälten aus dem Gesellschafts- und Arbeitsrecht sowie mit externen energiewirtschaftlichen Beratern. Die Projektsteuerung lag in meiner Hand.
Nebenher liefen ganz normal die Bearbeitungen der restlichen anderen Mandate.

Bitte beschreiben Sie uns kurz Ihren persönlichen Werdegang:
Wie sind Sie auf Ihren Beruf gekommen?

Für das Studium habe ich mich entschieden, da es mich reizte, die juristische Denkstruktur kennen und anwenden zu lernen. Ich habe Freude an der Exaktheit in Sprache und Denken.
Zu dem Beruf bin ich im Anschluss natürlich durch diese juristische Ausbildung gekommen. Daneben aber auch dadurch, möglichst viele Dinge in anderen Bereichen zu machen, um zu erfahren, was ich machen möchte, bzw. noch nicht machen möchte.

Warum haben Sie sich dafür entschieden?
Entschieden habe ich mich für diesen Beruf, da es sich um einen selbständigen Beruf handelt. Damit bietet er gute Chancen, weitgehend eigenständig zu arbeiten.
Zu Beginn meiner Berufstätigkeit war der Energiesektor ein völlig neues Gebiet, was mich sowohl thematisch, wie auch wegen seiner Neuartigkeit besonders reizte.

Was sind die nächsten geplanten Karriereschritte?
Ich strebe die Partnerschaft in einer mittelständischen Kanzlei an.

Was würden Sie jungen Menschen in Hinblick auf Praktika, Ausbildung und Studium empfehlen?
Für den Beruf des Rechtsanwaltes ist ein abgeschlossenes Jurastudium Voraussetzung. Um kein Fachidiot zu werden, sollten junge Menschen, wenn es die Zeit erlaubt, auch in andere Fachbereiche hineinschauen, ohne sich zu verzetteln. Daher sind Praktika und Auslandsaufenthalte sehr empfehlenswert. Einerseits, um Erfahrungen zu sammeln und den Horizont zu erweitern, aber andererseits auch um zu erfahren, in welchen Bereichen Sie arbeiten möchten. Praktika sind in den Bereichen zu wählen, in denen Sie sich vorstellen können, später einmal zu arbeiten. Auf dem Weg sehen Sie, was Sie ggf. machen möchten. Bei einer Entscheidung sollten Sie ehrlich zu sich sein, nämlich ob es wirklich der Bauch sagt und mit trägt.     

Welche Chancen bietet Ihr  Beruf in Zukunft?
Welche Herausforderungen oder Veränderungen sind zu erwarten?
Die Energiebranche befindet sich gerade jetzt in einem außerordentlichen Wandel. Es wird vielfach geforscht und entwickelt, wie unsere Energieversorgung effizienter und intelligenter gestaltet werden kann.
Die großen Energieversorger stehen vor grundsätzlichen Veränderungen durch den Ausstieg aus der Kernenergie. Diese Einschnitte bedeuten eine radikale Wende in einem ohnehin bestehenden und zunehmenden Wettbewerb der Branche. Anbieter erneuerbarer Energien und Dienstleister betreten den Energiemarkt permanent. Kunden werden umworben.
So ist und bleibt für uns Rechtsanwälte dieser Branche viel zu tun: Wir beraten  Organisationen des Energiesektors bei Neugründungen, strategischen Zusammenschlüssen, Verträgen, kartellrechtlichen Verfahren und Kooperationen. Es geht um Energieversorgung, Greenbuildings, Infrastrukturrecht und kartellrecht.

Vielen Dank für das Gespräch!
 
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