Unternehmensberater

Alexander B., 40, aus München


Bitte nennen Sie uns Ihren Beruf:
Ich bin Berater für strategische Unternehmensplanung in einer technischen Unternehmensberatung. Wir beschäftigen uns vor allem mit Unternehmen in den Bereichen Produktion und Logistik.

Bitte skizzieren Sie uns einen Ihrer typischen Arbeitsalltage:
Weite Teile des Tages arbeite ich an der Analyse und dem Vergleich von Fabriken und Produktionsstandorten in Europa. Dafür bin ich immer wieder auf Reisen und sehe mir die Standorte selbst an, spreche mit den Verantwortlichen und Mitarbeitern und versuche die Prozesse zu optimieren.
So sieht also jeder Tag ganz anders aus und das empfinde ich als etwas sehr bereicherndes. Jeden Tag.
Vorwiegend geht es hier um:

  • die Analyse und Auswertung von Produktionskennzahlen,
    zum Beispiel die Anzahl der gefertigten Teile pro Tag
  • Maschinenstillstände durch Wartung oder fehlendes Material.

Schildern Sie uns die wichtigsten Anforderungen:
Was muss man können?

Wichtig sind:

  • die Genauigkeit in der Analyse
  • das Verständnis für die Abläufe bei der Produktion
  • sowie komplexe Produktionsanlagen schnell zu erfassen.

Dabei ist die Freude an Technik und Produktionsvorgängen, auch im Detail, eine wichtige Voraussetzung, um mit der notwendigen Gründlichkeit und Exaktheit zu arbeiten.

Was für ein Mensch muss man für diesen Beruf sein?
Zentral ist – wie erwähnt – der Spaß an der Technik und den Maschinen. Auch eine Faszination und gewisse Begeisterung an den Vorgängen der Produktion ist wünschenswert.
Nicht unterschätzen darf man die Notwendigkeit zur Akribie, denn gerade kleine und kontinuierliche Verbesserungen bringen langfristig großen Mehrwert in den Produktionsstätten.

Welche fachlichen, aber auch sozialen Anforderungen werden dafür gebraucht?

  • Ein technisches Studium ist die notwendige Basis für die Arbeit in einer solchen Unternehmensberatung
  • Es bedarf viel Erfahrung in unterschiedlichen Produktionsprozessen
  • die Fähigkeit, technische Zusammenhänge, zum Beispiel in Präsentationen, zielgruppengerecht darzustellen
  • Wichtig ist es, mit Vorständen, Geschäftsführen und Managementvertretern bis hin zu den Mitarbeitern in der Fertigung adäquat sprechen zu können, um sich möglichst ein vielseitiges Bild  von der Unternehmenssituation zu machen.
  • Ideal sind Praktika gerade auch im Ausland, um unterschiedliche Lösungsansätze kennen zu lernen

Was reizt Sie besonders an Ihrem Job?
Mich reizt das Abwechslungsreiche! Das heißt konkret Projekte in unterschiedlichen Branchen – von der Automobilzulieferindustrie bis zum U-Bootbau, zu realisieren. Die Zusammenarbeit mit sehr unterschiedlichen und interessanten Menschen ist immer wieder ein enormer Erfahrungsschatz. Die Internationalität der Projekte lässt meinen Beruf nicht eintönig oder langweilig werden.

Was ist schwierig und nervt vielleicht manchmal?
Dass gute Ideen manchmal nicht zu 100% umgesetzt werden können, da die Theorie immer auch an die praktischen Gegebenheiten angepasst werden muss.

Was war bisher Ihre größte Herausforderung?
Meine größte Herausforderung war das Entwickeln eines neuen Standortkonzeptes für die Produktion eines französischen Unternehmens inklusive der Suche nach neuen Standorten in Osteuropa.
Die französische und osteuropäische Mentalität und Kultur unter einen Hut zu bringen war eine hoch spannende Erfahrung.

Bitte beschreiben Sie uns kurz Ihren persönlichen Werdegang.
Wie sind Sie auf Ihren Beruf gekommen?

Ich habe Verfahrenstechnik in Erlangen studiert. Immer wieder machte ich Praktika, bevorzugt im Ausland. Meine Diplomarbeit schrieb ich in Tokio in Japan.
Dort hat mich das japanische Produktionssystem der kontinuierlichen Verbesserung in kleinen Schritten und der Null-Fehlertoleranz nachhaltig beeindruckt.
Abrunden konnte ich meine Ausbildung durch den Berufsstart in der internen Unternehmensberatung eines Maschinenbauunternehmens. Das war insofern besonders sinnvoll und wichtig, da ich dadurch meine BWL-Kenntnisse ergänzen konnte, denn die kommen im Ingenieursstudium definitiv zu kurz.

Warum haben Sie sich dafür entschieden?
Um ausgelastet und vielseitig beansprucht zu sein, brauche ich den Abwechslungsreichtum der Aufgabe. Das permanente Lernen im Berufsleben ist mir besonders wichtig. Zudem kann ich auf diese Weise dabei mitwirken, positive Veränderungen einzuleiten.

Was sind die nächsten geplanten Karriereschritte?
Den klassischen Karriereschritten in der Beratung folgend, die Ernennung zum Partner  in einer Beratungsgesellschaft.

Was würden Sie jungen Menschen in Hinblick auf Praktika, Ausbildung und Studium empfehlen?
Grundsätzlich für diese spezielle Form der Beratung ein technisches Studium mit entsprechenden Praktika in der Fertigung, am besten international. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse sollten in solider Form unbedingt ergänzt werden, sei es im Studium oder in der Praxis erworben.

Welche Chancen bietet Ihr Beruf in Zukunft?
Welche Herausforderungen oder Veränderungen sind zu erwarten?
Es wird in Zukunft immer wieder Bedarf an Beratung geben, da Unternehmen sich immer schlanker aufstellen. Auch strategische Aufgaben werden an Dritte vergeben und so wird die Nachfrage eher steigen.
Die große Herausforderung dabei ist es, den richtigen Bedarf der Kunden zu erkennen und diesen in seinem Beratungsportfolio anzubieten.

Danke für das Gespräch.

 
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