Medienanwalt

Philipp T., 38, aus Berlin


Bitte nennen Sie uns Ihren Beruf:
Justitiar in einem Medienunternehmen

Bitte skizzieren Sie uns einen Ihrer typischen Arbeitsalltage:
Ich bin den ganzen Tag viel am Schreitisch, verhandele Verträge, bin In Besprechung und unterstütze die Kaufleute bei der Realisierung von Projekte. Die Rechtsgebiete, mit denen ich mich im Wesentlichen beschäftige sind: Urheberrecht, Markenrecht, Lizenzrecht, IT-Recht, (internationales) Vertragsrecht, gewerblicher Rechtschutz, Internetrecht, Presserecht.

Schildern Sie uns die wichtigsten Anforderungen.
Was muss man können?
Da der Justitiar ein Berater ist, muss er stets versuchen sich in das Bedürfnis anderer Menschen hineinzusetzen. Dementsprechend muss man gut zuhören können und ein Gespür für die Bedürfnisse anderer Menschen haben. Sehr wichtig ist es auch, die oft schwierigen juristischen Themen mit einfachen Worten ausdrücken zu können, damit sie auch Menschen verstehen, die keine Juristen sind.
Was für ein Mensch muss man für diesen Beruf sein?
Man sollte Spaß am Austausch von Argumenten und an exaktem Arbeiten haben.

Welche fachlichen, aber auch sozialen Anforderungen werden dafür gebraucht?
•    Abgeschlossenes Jurastudium
•    Gespür für wirtschaftliche Zusammenhänge
•    Gabe mit jeder Art von Menschen umgehen zu können
•    Durchsetzungsvermögen
•    Argumentationsfreudigkeit

Was reizt Sie besonders an Ihrem Job?
Mit Kreativität Verträge zu entwickeln, die alle Eventualitäten berücksichtigt, dass danach zwischen den Vertragsparteien kein Streit entsteht.
Immer für neue Probleme sich Lösungen auszudenken, über die sich bisher keiner Gedanken gemacht hat.

Was ist schwierig und nervt vielleicht manchmal?
Alles ist immer eilig!

Was war bisher Ihre größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung ist die Aufgabe täglich die vielen oft gegenläufigen Interessen von Kaufleuten, Vorgesetzten, Vertragspartnern mit dem rechtlichem Notwendigem in Einklang zu bringen.

Bitte beschreiben Sie uns kurz Ihren persönlichen Werdegang.
5 ½ Jahre Jurastudium anschließend Referendariat. Doktorarbeit über das Verhältnis zwischen dem Recht auf Informationelle Selbstbestimmung (Datenschutz) und der Pressefreiheit. Darüber habe ich den Einstieg in das Medienrecht gefunden. Nebenbei habe ich mir meinen Lebensunterhalt in der Rechtsabteilung einer Filmproduktionsfirma verdient. Diese hat mich dann als Justitiar übernommen. Da dort Filme für die ganze Welt produziert worden sind, habe ich meine ersten Erfahrungen im internationalen Medienrecht gesammelt. In dieser Zeit habe ich auch begonnen Filmrecht als einen Teil des Medienrechts an der Uni zu unterrichten. Anderen die juristischen Zusammenhänge beizubringen, hat mir sehr geholfen, mein fachliches Wissen weiter zu vertiefen.
Nach 6 Jahren in dieser Firma stand es an, etwas Neues kennenzulernen und in bin in einen Berliner Zeitungsverlag gewechselt und auch weitere Seiten des Medienrechts kennen zu lernen und mein fachliches Wissen weiter zu vertiefen.

Wie sind Sie auf Ihren Beruf gekommen?
Ich habe mir überlegt, was mir Spaß und was mich interessiert.

Warum haben Sie sich dafür entschieden?
Da ich immer Spaß an der Diskussion hatte, viel es mir leicht mich für das Jurastudium zu entscheiden.

Was sind die nächsten geplanten Karriereschritte?
Da in Rechtsabteilungen sehr flache Hierarchien herrschen (es gibt nur einen Chef) sind die Aufstiegsmöglichkeiten begrenzt. Trotzdem ist es mein Bestreben mittelfristig Personalverantwortung zu bekommen.

Was würden Sie jungen Menschen in Hinblick auf Praktika, Ausbildung und Studium empfehlen?
Studiere nicht Jura, weil man damit „alles machen kann“. Eine Begeisterung und Begabung muss man für dieses Studium haben. Sonst ist es schwierig in diesem langen Studium mit den unfangreichen Examina zu „überleben“.

Welche Chancen bietet Ihr  Beruf in Zukunft?
Welche Herausforderungen oder Veränderungen sind zu erwarten?
Da keine Industriesparte durch den technischen Fortschritt derartig tiefgreifenden Veränderungen unterworfen ist, wie die Medienindustrie, muss sich der Medienjurist auf immer neue Themen und Herausforderungen einstellen. Was kommen wird, kann keiner vorhersehen. Mit Sicherheit wird es nicht an Herausforderungen mangeln. Aber das macht den Beruf ja auch so spannend.

Dankeschön für das Gespräch.

 
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